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Bei Verliebten schaltet das Gehirn aus

Blind vor Liebe - das waren wir wohl alle schon einmal. Londoner Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, warum das so ist.

Frisch verliebtes Paar Schmetterlinge im Bauch  –   © fotolia

"Die Liebe ist ein seltsames Spiel…" heißt es in einem bekannten Schlager. Und tatsächlich hat wohl fast jeder eine Anekdote auf Lager, die von dem guten Bekannten handelt, der durchdrehte, als er sich so richtig verliebte. Er tätowierte sich den Namen der Liebsten, verließ Ehefrau und Kinder oder warf den Job hin und machte eine Bar auf den Malediven auf. Und dasselbe gilt übrigens auch für Frauen - Liebe macht alle blind, egal ob Männlein oder Weiblein.

Vielleicht ist Ihnen ja selbst schon etwas Ähnliches passiert. Sich zu verlieben und von jetzt auf gleich durchdrungen zu sein von dem Gefühl, dass alles möglich ist, dass Sie noch einmal ganz von vorn anfangen und Zwänge und Muster über Bord werfen wollen. Sie sind verliebt, die Welt gehört Ihnen und Sie sind unsterblich - was also soll Sie noch aufhalten?

Doch Vorsicht! Dieses Phänomen, noch in gestandenem Alter den Mut eines Löwen und die Unsterblichkeit eines Teenagers zu verspüren, hat wenig zu tun mit Schicksalshaftigkeit. Neurologen des University College London (UCL) sind der Überschwänglichkeit verliebter Turteltauben auf den Grund gegangen und zu dem Schluss gekommen: Dieser Zustand ist toll - aber er kann auch ganz schnell außer Kontrolle geraten.

Schuld ist - wie so oft - das Gehirn. Denn dieses ist Dreh- und Angelpunkt unserer Emotionen, die Schaltzentrale sozusagen. Verlieben wir uns, werden einige Hirnregionen besonders aktiv - andere jedoch werden sogar ausgeschaltet. Eine dieser Regionen ist der Frontallappen der Großhirnrinde, der unter anderem für die Urteilsfähigkeit zuständig ist. Er ist an der stirnwendigen Seite des Gehirns positioniert. Wird dieser Bereich deaktiviert, hat das zur Folge, dass Zweifel und Kritik gegenüber einer Person nachlassen oder gar völlig eingestellt werden. Als Konsequenz daraus werden Verliebte manchmal geradezu närrisch und agieren manchmal lächerlich, in den meisten Fällen aber irrational.

Auch der Körper reagiert auf die neue Liebe. Adrenalin, Dopamin und Endorphine sind nun verstärkt im Einsatz. Sie verursachen die typischen Symptome einer chronischen Verliebtheit: zitternde Knie, Anspannung, Höhenflüge und die Gewissheit "der oder keiner".

Die verlagerte Gehirnaktivität und ein verrücktspielender Hormonspiegel führen zu diesen psychischen und körperlichen Veränderungen und Symptomen, die jeder kennt, der schon einmal verliebt war: Das Herzrasen beim Blick in die Augen des Angebeteten, die schweißnassen Hände vor dem Date - oder die berühmten Schmetterlinge im Bauch. Und auch der Spruch "von Luft und Liebe leben" kommt nicht von ungefähr, denn Appetitlosigkeit und mangelndes Bedürfnis nach Schlaf sind weitere Nebenwirkungen einer frischen Liebe.

All' das klingt ja erst einmal normal und nicht wirklich ungesund. Die Wissenschaftler aus London weisen jedoch darauf hin, dass es Menschen mit gewissen Störungen gibt, bei denen eine unerfüllte Liebe dazu führen kann, dass die Gefühle der Verliebtheit ins Negative umschlagen. Bei Menschen, die zum Beispiel an Bindungsängsten oder Kontaktarmut leiden, kann dies zu Stalkingverhalten führen. Auch Depressionen oder sogar Suizidversuche können die Folge sein.

Doch keine Angst: Pauschalisieren lässt sich auch hier nicht. Wie ein Mensch mit unerwiderter Liebe umgeht, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Besonders das Reflexionsvermögen spielt eine Rolle und die Fähigkeit, mit den eigenen Emotionen umgehen zu können - oder sich darin zu verlieren. Fallen oder sich fallen lassen - ein kleiner Unterschied, der entscheidend sein kann.

Lea-Patricia Kurz/Parship

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