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Partnerschaft

Betrogen worden und trotzdem loyal

Die meisten Menschen, die sich vorstellen, dass ihr Partner sie betrügen könnte, sind überzeugt, dass sie die Beziehung beenden würden. Wenn es dann tatsächlich passiert, bleiben viele trotzdem - und sie haben gute Gründe.

Unbemerkter Betrug Betrogen und doch loyal  –   © fotolia

Immer wieder liest man von berühmten und untreuen Ehemännern, deren heimliche Affären auffliegen. Die Frauen der Welt leiden mit den Betrogenen und hoffen gleichzeitig inständig, dass ihnen nicht dasselbe widerfahren möge. Aber Arnold Schwarzenegger, Tiger Woods und David Beckham sind nur die öffentlichen Beispiele für Verhältnisse, die in jeder guten Ehe vorkommen können.

Denn was kaum zu begreifen ist, ist die Tatsache, dass eine Ehe nicht schlecht sein muss, um Untreue hervorzubringen. Genauso wenig wie gelebte Monogamie ein Zeichen großer Liebe ist, ist sexuelle Untreue ein Zeichen einer verkorksten Partnerschaft. Umso schwieriger ist es in so einem Fall für den betrogenen Partner, seine Sachen zu packen und zu gehen. Tiger Woods und Arnold Schwarzenegger wurden verlassen, Victoria Beckham ist bei ihrem Mann geblieben.

Welche Gründe kann es geben, dass ein betrogener Partner beschließt, zu bleiben? Und wie lässt sich mit dem Wissen umgehen, dass es immer wieder passieren kann?

Abhängigkeit

Das ist wahrscheinlich das Erste, was sich betrogene Ehefrauen (und Ehemänner) unterstellen lassen müssen. Und natürlich lässt sich eine gewisse Abhängigkeit in den meisten Fällen nicht von der Hand weisen. Diese kann leichter Natur sein, wie das einfache Bedürfnis nach Liebe - genau der Liebe dieses einen Menschen. Sie kann aber auch andere Ausmaße haben, wie der finanzielle Aspekt und die drohende Mittellosigkeit, weil man sich jahrelang auf den Haushalt konzentriert und die Kinder versorgt hat. Und nicht selten sind die gemeinsamen Kinder ein Grund zu bleiben. Sie sollen behütet aufwachsen und nicht zu traumatisierten Scheidungskindern werden.

Genügsamkeit

Manche nennen es Bequemlichkeit, andere wiederum sprechen von Genügsamkeit. Denn wenn alles andere passt, man sich mit dem Partner blind versteht, sich in den wichtigen Dingen des Lebens auf ihn verlassen kann, er ein guter Vater voller Hingabe und ein Freund voller Loyalität ist, dann ist das, was man verlieren würde, viel größer als der Stolz, der einen zum Gehen bewegen könnte. Und nicht selten ist es das Unverständnis aus dem persönlichen Umfeld, das schwerer wiegt als die Untreue des Partners selbst. Diese Frauen fangen irgendwann an, heile Welt zu spielen. Nicht, weil sie den Treuebruch nicht sehen wollen, sondern weil sie nicht wollen, dass andere ihn sehen - und darüber urteilen.

Weisheit

Menschen, die aus diesem Grund bleiben, wissen tief in ihrem Herzen, dass Treue kein Liebesbeweis und Monogamie nicht zwingend die natürliche Art des Miteinanders ist. Der Reiz des Neuen, das Abenteuer, die Jagd - es gibt viele Gründe für Untreue. Wirklich entscheidend ist am Ende allein die Liebe als Gefühl, das unabhängig von weltlichen Werten zwischen den Menschen lebt. Wer es schafft, an diese universelle Basis der Liebe heranzukommen, der kann auch lernen, die Untreue des Partners nicht persönlich zu nehmen. Und nicht selten entwickelt sich aus diesen Fällen eine ganz neue und tiefe Ebene der Beziehung - und letztlich eine Überzeugung, dass einem kein Mensch alles geben kann.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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