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Die Partnerschaft im Dunkel einer Depression

Woran erkennt man eine Depression und wie schafft man es, sich als Partner emotional über Wasser zu halten, ohne die Beziehung aufzugeben?

Mann mit Depression Eine Depression kann jeden treffen  –   © fotolia

Seit es mehr und mehr Prominente gibt, die sich öffentlich dazu bekennen, an Depressionen zu leiden, ist das Thema weiter in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Für den Betroffenen selbst ist diese Krankheit wohl am schlimmsten, aber auch Partner und Familienangehörige leiden unter der Dunkelheit, die auf einem geliebten Menschen lastet und oft auch für Ärzte nur sehr schwer zu diagnostizieren ist.

Die Anzeichen

Eine Depression unterscheidet sich von einer Stimmungsschwankung zunächst einmal dadurch, dass die Welt eben am nächsten Tag nicht "anders aussieht". Depressionen können auch phasenweise kommen, aber sie halten in den meisten Fällen mehrere Tage oder Wochen an. Wer seinen Partner kennt, dem wird es auffallen, wenn die berühmte Antriebslosigkeit ihn in eine Art Stillstand zwingt. Niedergeschlagenheit und Appetitlosigkeit sind weitere typische Anzeichen einer depressiven Erkrankung, genau wie Gefühle von Leere, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit oder Schuld sowie Schlafstörungen, Interessenlosigkeit und Gleichgültigkeit.

Was es so kompliziert macht, die Erkrankung als solche zu erkennen, ist die Tatsache, dass viele der Anzeichen für eine Depression auch unabhängig von ihr vorkommen können. Genauso wenig wie jemand, der mal ein Gläschen zu viel trinkt, gleich Alkoholiker ist, ist nicht jeder, der sich schlapp, traurig und hoffnungslos fühlt, depressiv. Eine Diagnose sollte also immer von einem fachkundigen Arzt oder Therapeuten gestellt werden.

Zerreißprobe Depression

Für die Partnerschaft kann die Depression zur Belastungsprobe werden. Denn das lethargische, antriebslose Verhalten des einen zwingt auch den anderen in ein Wechselbad der Gefühle. Gewillt, für den Liebsten da zu sein, üben sich die meisten in Verständnis und unterdrücken die eigenen Gefühle wie Wut und Verzweiflung, die als natürliche Reaktion darauf auftreten, an den anderen nicht heranzukommen: Kein Vorschlag scheint gut genug, kein Ratschlag wird angenommen. Der geliebte Mensch scheint in einer anderen Welt zu weilen und der Beziehung geht nach und nach die Luft aus. Denn wenn die positiven Erlebnisse ausbleiben und weder emotionale noch körperliche Nähe über diese Durststrecke hinwegtrösten, stellen sich auch bei dem "nicht-kranken" Partner langfristig Frust und Trauer ein. Hinzu kommen Gefühle wie Schuld, dass es einem selbst gut geht und Angst, wie es weitergehen soll.

Sich abgrenzen und für sich sorgen

Es ist wichtig zu begreifen, dass Sie allein Ihrem Partner nicht helfen können. Weder ist es Ihre Schuld, dass es ihm schlecht geht, noch dürfen Sie sich komplett von seiner Stimmung absorbieren lassen. Es klingt im ersten Moment paradox, aber Sie helfen sich, Ihrem Partner und Ihrer Beziehung vor allem dann, wenn Sie für sich selbst sorgen. Das bedeutet nicht, den anderen fallen und seinem Schicksal zu überlassen, sondern sich abzugrenzen von den Emotionen, die seine Krankheit bei Ihnen auslöst. Sorgen Sie für positiven Input in Ihrem Leben, sei es durch Freunde oder Familie und tanken Sie auf diese Weise Energie und Kraft.

Sollte Ihr Partner allerdings mit Suizid drohen oder Sie das begründete Gefühl haben, dass er dazu in der Lage wäre, nehmen Sie das unbedingt ernst. Neben einer zwingend notwendigen ärztlichen Betreuung bitten Sie Ihre Freunde und Familie um Hilfe und lösen Sie sich gegenseitig dabei ab, für den Partner da zu sein.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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