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Partnerschaft

Ein Paar - zwei Wohnungen

Konventionell ist out - immer mehr Paare entscheiden sich auch nach vielen Jahren Beziehung nicht dafür, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Warum das so ist und welche Vor- und Nachteile dadurch entstehen, lesen Sie hier.

Frau wacht alleine auf, ist aber fröhlich Alleine aufwachen trotz Partnerschaft  –   © fotolia

Eine große deutsche Bank wirbt zurzeit im Radio für ihren Privatkredit mit "Normalität". Dass es normal sei, vor dem ersten Kuss aufgeregt zu sein, seiner großen Liebe einen Heiratsantrag zu machen und mit ihr eine Familie zu gründen. Und so sei es eben auch normal, einen Kredit aufzunehmen "für eine gemeinsame Zukunft". Normal vielleicht, aber längst nicht mehr üblich.

Denn immer mehr Paare entscheiden sich für den eigenwilligen Weg und gegen die konventionelle Norm, Leben und Wohnung zu teilen: Sie haben jeweils eigene Wohnungen, verstehen sich aber dennoch als Paar. Bereits Ende der Siebziger fand der niederländische Journalist Michel Berkiel dafür einen Ausdruck: "Living Apart Together" - getrennt zusammenleben.

Realistische Zeichen unserer Zeit

Die Gründe dafür, sich zu lieben, Bett und Tisch aber nur noch nach Lust und Laune zu teilen, sind vielfältig. Oft ist es ein gewisser Realismus, der mit dieser Entscheidung einhergeht, denn wer vorher lange in einer Beziehung mit gemeinsamer Wohnung gelebt hat, hat die Nachteile des Zusammenlebens am eigenen Leib erleben dürfen. Tägliche Kompromisse - sei es beim Aufräumen oder Putzen, bei der Essenszubereitung oder Schlafritualen - können das tägliche Leben zu zweit mit viel alltäglicher Nichtigkeit belasten. Wer alleine lebt, kann das Maß der Individualität auch in den eigenen vier Wänden voll ausschöpfen: Socken und Wäsche können frei herumliegen, es gibt keinen Streit um offene Zahnpastatuben oder hochgeklappte Toilettendeckel und es meckert auch niemand, wenn nach einer durchzechten Nacht ein kreatives Wandbild die Küche ziert.

Dieses Modell einer Partnerschaft ist aber auch ein Zeichen unserer Zeit und nicht zuletzt eine Folge der weiblichen Emanzipation. Studien haben ergeben, dass es nach wie vor die Frauen sind, die den größten Teil der Hausarbeit machen. Ohne Mann zu leben, bedeutet für sie weniger Arbeit und mehr Freiheit zu haben.

Eine Frage des Blickwinkels

Statistisch gesehen steigen die Zahlen derjenigen, die sich in den westlichen Ländern an so einem Modell versuchen - und zwar sowohl in Europa als auch in den USA. So waren es in Schweden im Jahre 2001 bereits 14 Prozent der Paare, die sich für ein "LAT"-Modell entschieden (die fachliche Abkürzung der getrennt Wohnenden). Noch acht Jahre vorher waren es nur 8 Prozent. Und auch in anderen Ländern gab es in den letzten Jahren deutliche Steigerungen der LAT-Haushalte.

Pauschal lässt sich nicht sagen, ob nun die Paare glücklicher sind, die zusammenleben oder diejenigen, die sich bewusst dagegen entschieden haben. Letztlich entscheidend für die Zufriedenheit ist die Frage, ob beide Partner das Modell so auch gewollt haben und voll dahinterstehen. Wer sich trennen möchte, dem wird es in einer "LAT"-Beziehung schon aus organisatorischen Gründen leichter fallen, das auch durchzuziehen. Aber auch hier stellt sich die Frage, ob das immer gut ist oder manchmal nur die Verführung, den "leichteren Weg der Konfliktvermeidung" zu gehen.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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