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Monogamie - Kultur oder Evolution?

Weder ist die Treue gut, noch ist sie schlecht. Sie ist eine Frage, die jedes Paar für sich selbst beantworten muss.

Braut und Bräutigam verliebt Ist Monogamie das einzig Wahre?  –   © fotolia

Manchmal ist es an der Zeit, den Tatsachen ins Auge zu blicken und zu erkennen, dass es Dinge gibt, die in der Natur des Menschen liegen, und Dinge, die wider seine Natur sind. Letztere sind meist aus kulturellen Gegebenheiten entstanden, sind Ausgeburten einer Zeit und ihrer Strömungen und nicht selten eher im Interesse einer Allgemeinheit gelegen, als der persönlichen Entwicklung dienlich.

Die Monogamie ist eines dieser Dinge, die es zu hinterfragen gilt. Immer wieder wird sie als höchstes Gut einer Partnerschaft gehandelt. Treu muss er sein und ehrlich. Nur Augen für die Eine haben und diese auf Händen tragen. Und sie sollte ihn in seiner Männlichkeit bestärken, ihm keinen Anlass geben daran zu zweifeln, dass er der einzige Mann unter der Sonne ist, der sie sexuell zufriedenstellen kann.

Diese überspitzte Darstellung der Klischees zeigt eigentlich schon, worauf wir hinauswollen: Dass die Monogamie, so, wie wir sie heute leben, nicht unbedingt das Maß aller Dinge ist, vielleicht eher dem Ego dient und durchaus zu den Werten gehört, die sich bedenkenlos überdenken lassen.

Die gute alte Evolution

Evolutionsbiologen streiten seit Ewigkeiten über dieses Thema: Gibt es Monogamie, ist sie natürlich, wie halten es die Tiere und wieso überhaupt das Ganze? Tatsache ist, dass es kaum monogame Tiere gibt. Selbst unter dem Nachwuchs der Vögel, denen man einen großen Hang zur Einehe unterstellte, fanden sich Kuckuckskinder, die von einem fremden Vogelmännchen großgezogen wurden.

Fakt ist, dass die männlichen Säugetiere viele kleine Spermien produzieren, während die weiblichen Säugetiere nur wenige, aber dafür große Eizellen produzieren. Das Weibchen trägt die Nachkommen aus, säugt sie und versorgt sie so lange, bis sie auf eigenen Beinen stehen. In dieser Zeit ist es nur im Interesse der Arterhaltung, dass das Männchen weiter für den Erhalt der Art sorgt - eben mit einer anderen.

Das menschliche Säugetier und die Partnerschaft

Was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist ein weiterer Streitpunkt unter Wissenschaftlern. Haben Tiere ein Bewusstsein? Ganz sicher ist man sich nicht. Der Mensch hat aber eines und das ermöglicht es ihm, sein Handeln im Gestern, Heute und Morgen zu reflektieren und zu beeinflussen. Er lebt die Liebe, wünscht sich ein Miteinander, das Teilen eines Lebens - und manch einer zahlt dafür einen hohen Preis.

Der Punkt, an dem partnerschaftliche Eigenverantwortung gefragt ist, wird oft übersehen: In Zeiten, die aufgeklärt sind, in denen wir um Geschlechtskrankheiten und ihre Vermeidung wissen, Verhütung möglich ist und die Frau immer weniger als Eigentum des Mannes gehandelt wird, darf ein Paar sich fragen, ob es körperliche Treue leben möchte oder eben nicht.

Denn es lässt sich nicht per se sagen, dass Monogamie gut oder eben schlecht ist. Es ist eine individuelle Frage, die Paare miteinander aushandeln müssen. Nur leider wird sie viel zu wenig gestellt. Die Folge ist, dass sich Menschen aus Gewohnheit in korsettartigen Strukturen aufhalten, aus denen sie schließlich ausbrechen und "fremdgehen". Dies bringt Verletzungen mit, die beim Betrogenen großen Schaden hinterlassen und ihn nicht selten der Liebe gegenüber misstrauisch werden lassen.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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