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Trennungsphasen: die einzelnen Phasen der Trennung

Danach gefragt würde jeder ohne Umschweife bestätigen, dass nach einer Trennung niemand die eigenen Gefühle nachvollziehen könne, entsprechend auch niemand das Gleiche durchmache wie man selbst. Ebenso einzigartig, wie die jeweilige Beziehung war, erscheint auch das Ende ebendieser. Selbstverständlich stimmt das – jedoch nur zum Teil. Denn auch, wenn viele Anteile subjektiv getönt sind, das zugrunde liegende Schema ist für alle Menschen gleich. Entsprechend können vier Phasen einer Trennung unterschieden werden, die jeder in irgendeiner Form durchläuft.

Trennungsphasen Eine Trennung ist nie leicht  –   © istockphoto.com

Das Ende einer Beziehung

Eine Trennung ist nie leicht – und zwar für beide Partner. In der Regel leiden sowohl der Verlassene als auch derjenige, der die Trennung initiiert hat. Selbst, wenn es als das Vernünftigste erscheint, getrennte Wege zu gehen, ist das Eingeständnis schwierig, dass die Liebe keine Zukunft hat. Da jede Partnerschaft auch gute Zeiten durchlebt hat, drängt sich stets die Frage auf, ob die Entscheidung auch wirklich die richtige ist. Irgendwann jedoch gelangt man an einen Punkt, an dem es klar vor Augen steht, dass eine Trennung die einzige Möglichkeit ist, wieder glücklich zu werden. Ist der Entschluss gefasst, stellt sich für einen kurzen Moment ein Gefühl der Erleichterung ein, da schon der Prozess des Nachdenkens sehr belastend für die Psyche sein kann. Dieses Aufatmen währt jedoch nur kurz, da ein wesentlicher Unterschied zwischen der kognitiven Auseinandersetzung mit dem Beziehungsaus und der tatsächlichen Trennung beziehungsweise der darauf folgenden Wochen und Monate besteht. Diese Zeit ist durch vier Phasen gekennzeichnet, welche keineswegs als strikt getrennt voneinander zu betrachten sind. Zwar folgt die eine in der Regel der anderen, dies schließt Überlappungen oder gar gleichzeitiges Vorkommen jedoch nicht aus.

Die Phasen der Trennung

Schon viele Autoren haben sich mit den Trennungsphasen beschäftigt, weshalb viele verschiedene Begriffe für die einzelnen Phasen existieren. Je nach wissenschaftstheoretischer Ausrichtung werden die einzelnen Sequenzen unterschiedlich benannt; inhaltlich jedoch sind sehr viele Überschneidungen und Ähnlichkeiten zu erkennen, weshalb die exakte Benennung eine nur untergeordnete Rolle spielt. Im Folgenden daher eine zusammenfassende Darstellung dessen, was die einzelnen Phasen im Kern auszudrücken suchen:

  • 1. Phase: Nicht wahrhaben wollen, was geschehen ist
  • 2. Phase: Gefühlsausbrüche
  • 3. Phase: Perspektivenerweiterung
  • 4. Phase: Neugestaltung des eigenen Lebens

Das Nicht-Wahrhaben-Wollen

Die Dauer dieser Phase kann sehr unterschiedlich ausfallen: Einige schaffen es schon nach wenigen Tagen, sich einzugestehen, dass die Beziehung tatsächlich vorbei ist, wohingegen andere mitunter Wochen brauchen, ehe sie damit beginnen, sich bewusst mit der Realität auseinanderzusetzen. Kurz nach der Trennung flüchten sich Verlassene in ihre ganz eigene Welt, in der die Beziehung hinter dichtem Nebel noch existiert. Entsprechend werden alle Äußerungen des Ex-Partners so verzerrt und zurechtgebogen, bis sie in den eigenen Gedanken "Er/Sie will mich zurück!" schreien. Im Folgenden einige typische Verhaltensweisen in dieser Phase:

  • niemand wird in die Trennung eingeweiht – der Partner überlegt es sich bestimmt noch
  • Bilder, Geschenke, Möbelstücke etc. werden aus demselben Grund nicht weggeräumt
  • "zufällige" Treffen werden herbeigeführt, schließlich will man in Erinnerung bleiben
  • man sucht ständig Gründe, um dem Anderen schreiben oder ihn anrufen zu können
  • man entschuldigt sich und bittet wiederholt um eine weitere Chance, da man zukünftig alles besser machen will
Zufällige Treffen "Zufällige" Treffen  –   © istockphoto.com

Doch irgendwann hört das Nicht-Wahrhaben-Wollen auf; irgendwann ist es unmöglich, das Geschehene zu ignorieren; irgendwann kommt jeder in der Realität an und stellt fest, dass die Beziehung gescheitert ist und der Partner nicht länger zu einem gehört.

Gefühlsausbrüche

Je deutlicher mit der Zeit vor Augen tritt, dass die Beziehung vorbei ist, desto stärker melden sich verschiedenste Gefühle: Wut, Trauer, Verzweiflung, Ratlosigkeit, depressive Verstimmungen, Einsamkeit, Ruhelosigkeit, Selbstzweifel. Jeder könnte vermutlich ein weiteres Gefühl hinzufügen, das er während einer Trennung empfunden hat. Diese Phase ist sehr ambivalent und leider auch sehr hartnäckig. Denn wenn einmal realisiert wurde, dass die Trennung vollzogen ist, steigt alles in einem hoch. Überwiegend ist diese Trennungsphase von Traurigkeit geprägt; alles, was mit dem Ende der Beziehung zusammenhängt, stimmt einen wehmütig. Erinnerungen an gute Zeiten schmerzen ebenso, wie die an verpasste Möglichkeiten, alles besser zu machen. Die Gewissheit, von nun an alleine zu sein und den anderen nicht mehr an seiner Seite zu wissen, stimmt missmutig. Kurzum: Gründe glücklich zu sein sind spärlich oder schlichtweg nicht vorhanden. In dieser Zeit fällt alles schwerer als sonst, nichts scheint mehr Sinn zu machen, jetzt, wo der Partner nicht mehr da ist. Man fühlt sich antriebslos und hat zu nichts Lust. Um diese Zeit zu überstehen, erfordert es fraglos einen starken Willen, Motivation und nicht zuletzt Freunde und Familie, die für einen da sind. Doch so schwer diese Phase auch auf den Schultern lasten mag: Irgendwann findet sie ein Ende und weicht für den nächsten Schritt.

Perspektivenerweiterung

Die vorhergegangenen Trennungsphasen waren ausschließlich vom Ex-Partner dominiert. Alle Gedanken kreisten um ihn und die einstige Beziehung. Diese gedankliche Auseinandersetzung vollzog sich zunächst verzerrt, da das Beziehungsende zu ignorieren versucht wurde; anschließend war sie Grund für vielfältige Gefühlsregungen. Doch irgendwann lässt es nach. Die Gedanken, die um die vergangene Beziehung und den Ex-Partner kreisen, werden immer seltener. Antriebslosigkeit und Traurigkeit nehmen ab und lassen Platz für Neues. Neues Lieblingsrestaurant, neues Bild im Flur, neue Kleidung, neue Frisur, neues Hobby. Diese Phase ist deutlich positiver als die ersten beiden, da sie von der prinzipiellen Bereitschaft geprägt ist, neu anzufangen. Zwar fühlt man sich noch nicht gänzlich imstande, den Ex-Partner vollkommen aus der Gedankenwelt und der Wohnung zu verbannen, jedoch nimmt er dort wesentlich weniger Raum ein. Hin und wieder plagen einen zwar noch Zweifel, wie man alleine bestehen und ohne den Anderen leben soll, die meiste Zeit über gelingt es aber gut, sich abzulenken und mit vielen neuen Dingen zu beschäftigen.

Neue Lebensgestaltung

Zu den vielen neuen Dingen aus der vorherigen Phase gesellen sich weitere, noch wichtigere: neue Motivation, neue Hoffnung, neue Freude, neues Glück! Der Absprung ist geschafft, der Ex-Partner und die vergangene Beziehung spielen keine Rolle mehr für das eigene Leben, die über schöne Erinnerungen und lustige Anekdoten hinausgeht. Man hat abgeschlossen, ist frei von Traurigkeit und hat sich in seinem neuen Leben als Single eingefunden. Die letzten Wochen und Monate haben eindrucksvoll bewiesen, dass es auch alleine möglich ist, ein glückliches Leben zu führen, und dass das eigene Wohlergehen nicht vom Ex-Partner abhängig ist. Dieser neu eingeschlagene Weg macht frei - unter Umständen auch für eine neue Partnerschaft; man ist bereit, sich wieder zu öffnen und der Liebe eine weitere Chance zu geben.

Das Wissen um die Existenz der Trennungsphasen …

… schafft Erleichterung und ein Gefühl von Zugehörigkeit. Zu wissen, dass diese Phasen existieren und von vielen anderen durchlaufen werden, lässt einen selbst sich weniger alleine fühlen. Auch, wenn es an manchen Stellen schwierig sein mag: Durchhalten lohnt sich, denn jede Phase geht vorüber. Zudem ist das Durchlaufen des Prozesses mit psychischer Gesundheit verbunden. Denn nur, wer sich ausreichend Zeit gibt, um die Trennung zu verarbeiten, kann langläufig gesehen ein neues und vor allem glückliches Leben beginnen. Daher lohnt es nicht, die Gefühle zu verdrängen oder die Traurigkeit zu überspielen. Sich dem hinzugeben und eine für sich angemessene Zeit lang zu trauern ist gesund – ebenso, wie kurzzeitig zu hoffen, dass der Partner zu einem zurückkehren wird. Diese Phasen gehören dazu und haben durchaus ihre Berechtigung. Und zwar sowohl nach dem Ende einer kurzen Beziehung als auch nach der Scheidung einer Jahrzehnte währenden Ehe.

Zu wissen, was einen nach einer Trennung erwartet, kann dabei helfen, besser mit ihr umzugehen, sie zu verarbeiten und letztlich einen neuen Anfang zu wagen.

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