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Partnerschaft

Unglücklich in der Beziehung

Insbesondere Menschen, die lange Zeit über unfreiwillig Single waren, neigen dazu, Partnerschaften mit Glücklichsein gleichzusetzen. Jemanden an seiner Seite zu haben, erscheint für viele als die Erfüllung aller Träume. Zweifelsohne ist es auch etwas Wunderbares, jemanden zu lieben und eine Beziehung zu führen. Allerdings nur, wenn beide einander gut tun und sich auch wirklich glücklich machen. Tatsache ist leider, dass das nicht zwangsläufig der Fall sein muss - denn auch in einer Partnerschaft besteht das Risiko, unglücklich, unzufrieden und einsam zu sein. Worin die Ursachen hierfür begründet liegen und welche Möglichkeiten es gibt, sich das Glück der Liebe zu erhalten oder es wiederzuerlangen, möchte der folgende Beitrag klären.

Jede Beziehung durchläuft Höhen und Tiefen

Ein gewisses Maß an Unzufriedenheit und Unglücklichsein gehört dazu. Das Leben ist nicht immer leicht, die Stimmung ist nicht immer gut, nicht immer läuft alles reibungslos. Daher wäre naiv anzunehmen, in Beziehungen wäre es anders. Selbst Paare, die einander noch so sehr lieben, streiten sich, durchleben Krisen oder hinterfragen ihr Miteinander. Insbesondere Menschen in Langzeitbeziehungen können ein Lied in der Manier von "himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt" singen.

Glückliches Paar Gesunde Beziehungen können mit Krisen umgehen  –   © istock.com

Der wesentliche Unterschied liegt aber darin, dass gesunde Partnerschaften die Kurve kriegen und wissen, wie sie sich aus den Tiefs herausholen können. Wie genau das funktionieren kann, behandelt der Text zu einem späteren Zeitpunkt. Zunächst soll es aber darum gehen, was in Beziehungen passiert, die in einem dieser Tiefs stagnieren und in denen der Zustand der Unzufriedenheit chronisch wird:

Wieso schaffen es manche Paare nicht, gemeinsam glücklich zu sein?

Im Wesentlichen lassen sich zwei Prozesse unterscheiden, die zu dauerhaftem Unmut in einer Beziehung führen können:

Zum einen kann es vorkommen, dass zwei Menschen derart unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie eine gute Beziehung zu laufen hat, dass kaum Überschneidungspunkte bestehen. Was den einen glücklich macht, bedeutet

Unglück für den anderen:

Paul wäre sehr daran gelegen, in seiner Freizeit öfter etwas mit seiner Partnerin, Sarah, zu unternehmen. Diese hingegen ist beruflich sehr eingespannt und hat nach Feierabend gerne ihre Ruhe, weshalb sie ihr persönliches Glück in Büchern, vor dem Fernseher oder beim Sport findet, wobei Paul unglücklich und einsam zurückbleibt.

Zum anderen gibt es Fälle, in denen beide Partner merken, dass die Dinge nicht gut laufen, sie aber nicht wissen, wie sie die Probleme aus der Welt schaffen können. Vielleicht, weil sie keine Lösungsideen haben oder aber, weil sie die Kommunikation scheuen:

Maria und Klaus schlafen kaum noch miteinander. Zu Beginn ihrer Beziehung hatten sie ein ausgewogenes Sexleben, nach zehn gemeinsamen Jahren, können sie sich heute nicht einmal mehr an das letzte Mal erinnern. Eigentlich leiden beide darunter, allerdings wagt keiner von beiden, das Problem anzusprechen, da ihr Verhältnis ohnehin schon angespannt genug ist.

Die häufigsten Gründe für Unzufriedenheit in der Partnerschaft

Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben. Die folgende Liste umfasst allenfalls einige von vielen möglichen Gründen, die für Unglück in einer Beziehung sorgen können. So vielfältig die Erwartungen und Hoffnungen, so verschieden können auch die Ursachen für Unzufriedenheit sein. Denkbar sind:

  • abweichende Zukunftspläne
  • unterschiedliche Prioritäten
  • zu wenig Zeit füreinander bzw. Zeit zu zweit
  • eingeschlafene Sexualität
  • zu wenig Romantik und Zärtlichkeit
  • fehlendes Vertrauen (z. B. nach einer Affäre)
  • unklare Gefühlslage bzw. Zweifel an der Liebe
  • mangelnde Spontanität
  • Langeweile und zu wenig Abwechslung
  • zu wenig Aufmerksamkeit und Interesse

All das sind Dinge, die durch ein klärendes Gespräch und, je nach Schweregrad, durch etwas Beziehungsarbeit gut in den Griff zu bekommen sind. Selbst wenn dies nicht zutrifft, und die Probleme tatsächlich tiefer gehen, als erwartet, kann das Paar sich nicht vorwerfen, es nicht wenigstens versucht zu haben. Manchmal ist es eben besser, einen Schlussstrich zu ziehen und sich zu trennen, statt in einer unglücklichen Beziehung festzustecken.

Miteinander zu reden und an der Beziehung zu arbeiten ist leichter gesagt als getan

Denn es erfordert zweifellos Feinfühligkeit auf beiden Seiten, um Probleme überhaupt als solche wahrzunehmen. Wie schon erwähnt, häufig ist "nur" einer von beiden unglücklich, wohingegen der andere nicht einmal bemerkt, dass etwas schief läuft. Zudem fehlt Liebenden oft der Mut, sich einzugestehen, dass es Anlässe für Unzufriedenheit in der Beziehung gibt. Vor allem für jene, die Angst davor haben, wieder alleine zu sein, ist die Aussicht auf eine nicht ganz optimale Beziehung häufig immer noch besser als die Vorstellung, Single und auf sich gestellt zu sein. All diese Aspekte können sehr hemmend wirken, zumal sich niemand gerne eigene Unzulänglichkeit eingesteht - in keinem Lebensbereich.

Frau in Café Für niemanden läuft alles perfekt  –   © istock.com

Aber, das sollte man sich immer vergegenwärtigen: Niemand ist unfehlbar, für niemanden läuft immer alles perfekt; diejenigen, die dies kundtun, lügen zumeist oder täuschen sich selbst. Wer wirklich verliebt ist und an seiner Beziehung hängt, sollte nicht versuchen, Probleme zu verdrängen, sondern den Mut aufbringen, sie anzugehen, um so die Chance zu haben, wieder glücklich zu werden - ob nun alleine oder mit Partner.

Möglichkeiten, Unzufriedenheit vorzubeugen

Kommunikation

Die wichtigste Präventivmaßnahme und zugleich Intervention ist: Miteinander reden! Denn obwohl Paare sich sehr gut kennen und nahezu alles voneinander wissen, verfügen sie nicht über die Gabe, einander die Gedanken zu lesen. Daher ist es wichtig, immer das Gespräch zu suchen. "Bist du glücklich", "Geht es dir gut", "Bist du zufrieden" usw. Solche Fragen ab und an zu diskutieren, kann sehr aufschlussreich sein. Es ist ungemein wichtig, in einer Beziehung alles an- und besprechen zu können. Die meisten der oben aufgelisteten Gründe für Unzufriedenheit können aus der Welt geschafft werden und müssen nicht zwangsläufig zur Trennung führen. Werden sie frühzeitig angesprochen, haben sie zum Teil gar nicht erst die Chance, sich zu etablieren und übermächtig zu werden.

Kritikfähigkeit

Eine offene Basis, die Kommunikation über Probleme ermöglicht, ist davon abhängig, dass beide Partner kritikfähig sind. Um dem anderen die Chance zu geben, Unmut zu äußern, bedarf es selbst der Fähigkeit, dies nicht persönlich zu nehmen. Denn jeder wäre gehemmt, anzusprechen, warum er unglücklich ist, wenn die Reaktion des anderen ausartet. Für ein klärendes Gespräch und für die Suche nach Lösungswegen ist es notwendig, dass beide dem anderen Offenheit zugestehen und sich durch etwaige Kritikäußerungen nicht angegriffen fühlen, sondern versuchen, die Position des Partners nachzuvollziehen, um nach einem Kompromiss zu suchen, mit dem beide gut leben können.

Durchhaltevermögen

Wie bereits erwähnt: Eine Beziehung kann nicht immer perfekt laufen, jedes Paar durchlebt Höhen und Tiefen. Auch in schlechteren Zeiten ein Zusammenbleiben der Trennung vorzuziehen, ist von entscheidender Bedeutung. Würde sich jedes Paar beim kleinsten Anflug von Unmut sofort trennen, käme keine Eheschließung oder Familiengründung mehr zustande.

Denn niemand ist frei von Streit, Unzufriedenheit oder schwierigen Phasen. Diese zu akzeptieren und auszuhalten oder besser: bewusst zu überwinden versuchen, kann die Beziehung retten.

Sensibilität

Um über die Ursachen für die eigene Unzufriedenheit sprechen zu können, muss man selbstverständlich wachsam genug sein, sie wahrzunehmen und zu ergründen. Hierfür ist Sensibilität gegenüber der eigenen Person, des Partners und der Beziehung gefragt. Wer sich verschließt, Unmut verdrängt oder sich nicht mit seinen Gefühlen auseinandersetzt, wird erst gar nicht in die Position kommen, über das reden zu können, was ihn beschäftigt. In die Tiefen der eigenen Seele abzutauchen, mag Angst machen, allerdings ist es nötig, um Quellen der Unzufriedenheit zu ergründen und durch deren Beseitigung zu ermöglichen, glücklich mit sich selbst und dem Partner zu sein.

Beziehungsarbeit

Glücklichsein scheint manchen Paaren leichter zu fallen als anderen. Natürlich ist der Hang zu Disharmonie ein Stück weit persönlichkeitsbedingt. Manche sind eben impulsiver, nachtragender, weniger kommunikativ ... Nichtsdestotrotz: Wirklich keine Beziehung läuft einfach so gut. Paare können sich noch so sehr lieben, allerdings wiegt das die Notwendigkeit nicht auf, miteinander aneinander zu arbeiten. Insbesondere in Langzeitbeziehungen werden immer mal wieder Schwierigkeiten unterschiedlicher Art auftreten. Dann gilt es, als Paar zusammenzuhalten und sie anzugehen. Beziehungsarbeit heißt, sich die Imperfektion einzugestehen, Probleme anzusprechen, über Gefühle zu reden, nach Lösungen zu suchen. Natürlich ist das manchmal unangenehm, aber der Partner und die Liebe zu ihm sollten es wert sein, an sich und der Beziehung zu arbeiten.

Paartherapie

Wem sehr an seiner Beziehung gelegen ist, selbst aber keinen Ausweg aus seinen Problemen findet, sollte nicht davor zurückschrecken, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sei es in Form einer Beratung oder Therapie. Manchmal kann der unvoreingenommene Blick eines Außenstehenden wahre Wunder wirken und neue Sichtweisen ermöglichen. Auch die Entwicklung von Lösungsansätzen fällt manchen in diesem Setting leichter. Die Hemmschwellen sind nach wie vor sehr hoch, allerdings völlig zu Unrecht. Eine derartige Hilfestellung wahrzunehmen, hat nichts damit zu tun, krank oder verrückt zu sein - im Gegenteil: Es bedeutet, reflektiert und ehrlich zu sich zu sein. Es bedeutet, offen zu sein und gewillt, an sich und der Beziehung zu arbeiten, um sich aus einem Tief herauszuholen und Glück zu ermöglichen.

Wenn die Unzufriedenheit trotz aller Bemühungen ein ständiger Begleiter bleibt, sei jedem empfohlen, mutig zu sein und einen Schlussstrich zu ziehen. Denn jedem sollte sein persönliches Wohlbefinden wichtig genug sein, dafür auch einige Zeit alleine in Kauf zu nehmen, während der man sich auf die Suche nach einer Beziehung machen kann, in der die Zeiten des Glücklichseins überwiegen.

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