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Single-Leben

Die Krise der Liebe

Immer mehr Menschen leben allein. Bindungsangst oder selbst gewählte Freiheit?

Flirt Flirten ist in Ordnung, aber mehr auch nicht  –   © fotolia

Immer mehr Haushalte sind Singlehaushalte. Menschen, die entweder keinen Partner haben, oder aber nicht mit ihm zusammenwohnen - Tendenz steigend. Angesichts der vielen tatsächlichen Singles, trifft man dennoch schnell auf das Phänomen der Bindungsangst - ein "Privileg", das schon lange nicht mehr männlich ist, sondern Teil einer sich wandelnden Gesellschaft.

Die Gründe für eine solche Bindungsangst sind vielfältig und von einer psychologischen Komplexität. Da gibt es zum Beispiel diejenigen, deren Alleinsein einer gewissen Unreife und einem Egoismus geschuldet ist. Diese Menschen strapazieren die Waagschale von Geben und Nehmen vor allem in eine Richtung. Sie wollen keine Verpflichtungen und keine Verantwortung und erwarten meist vor allem eins: glücklich gemacht zu werden.

Eine andere Gruppe ist die auf der Suche nach Mr. oder Mrs. Right. Sie suchen den Mann oder die Frau fürs Leben, den Menschen, der auf allen Gebieten zu ihnen passt, ihnen Sicherheit und Harmonie verspricht und das auch halten kann. Abstriche und Kompromisse bei der Auswahl gibt es nicht. Diese Menschen scheitern meist an ihren eigenen Vorstellungen. Sie vergessen, dass niemand perfekt ist und Liebe oft auch eine Frage der gemeinsamen Entwicklung ist. Ein "normaler" Mensch bekommt bei Ihnen keine Chance - und wenn doch, so wird schnell versucht, denjenigen nach den eigenen Vorstellungen zu ändern.

Gründe und Ursachen

Meist liegen die Ursachen in der Kindheit oder aber in vergangenen Beziehungen, die unglücklich verliefen. Da ist die Angst, verletzt zu werden, hinter der schlechte Erfahrungen stehen, auf deren Wiederholung man gern verzichten kann. Aber auch unbewältigte Muster sorgen dafür, dass sich Menschen wieder und wieder den falschen Partner aussuchen. Sie eifern einem Ideal hinterher, das sich im Laufe ihres Lebens irrtümlicherweise in ihrer Vorstellung festgesetzt hat. Bei Frauen ist dies häufig eine dominante Mutter, die ihrer Tochter keine eigenen Fehler zugestanden hat und sie in Watte gepackt hat. Diese Frauen schmeißen bei der ersten Schwierigkeit in der Partnerschaft schnell die Flinte ins Korn und machen sich aus dem Staub.

Männer hingegen haben oft einen Vater zum Vorbild gehabt, der sich gefügt hat und stillschweigend Kritik und Angriffe hingenommen hat, frei nach dem Muster: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Diese Männer können später auch bei partnerschaftlichen Problemen in der Defensive bleiben und darauf hoffen, dass der Sturm einfach vorbeizieht.

Seinen Weg suchen

Wie bereits erwähnt, sind die Gründe für Bindungsangst sehr individuell und vor allem komplex. Genauso sind es die Möglichkeiten, sich ihrer zu entledigen. Ängste verletzt zu werden, lassen sich oft mit viel Reflexionsvermögen und Mut in den Griff bekommen. Sich klar zu machen, was hinter der Angst steckt oder welcher Typ Mann oder Frau eigentlich "richtig" ist, lässt sich aber nicht immer allein herausfinden. Wer glaubt, nicht weiterzukommen und in einer Sackgasse zu stecken, kann einen Therapeuten aufsuchen oder sich einer Gesprächsgruppe anschließen - allein oder aber mit dem Partner zusammen.

Natürlich passt nicht jeder mit jedem zusammen, das heißt, wer solo ist oder häufig wechselnde Beziehungen lebt, hat nicht automatisch Bindungsangst. Aber auch, wer in einer langjährigen Partnerschaft lebt, ist deshalb nicht automatisch beziehungsfähig. Maßstab kann immer nur die eigene Zufriedenheit sein.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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