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Single-Leben

Einsamkeit überwinden

Die Einsamkeit ist ein gern gesehener Gast, wenn man sie erwartet und ihre Anwesenheit schätzt; dauert der Besuch hingegen zu lange, wirkt sie erdrückend, deprimiert und macht hoffnungslos. Dass sie viele Gesichter hat, werden die meisten sicherlich schon am eigenen Leibe erfahren haben: Einsamkeitsgefühle können aufkommen, obwohl man sich unter vielen Leuten befindet; man kann sich in einer Beziehung einsam fühlen oder auch im Kreise der Familie.

Frau schaut aus Fenster Einsamkeit - die Schattenseite des Singleseins  –   © istock

Der folgende Text möchte eine ihrer wohl schmerzvollsten Facetten hervorheben: Die Einsamkeit, die aufkommt, wenn man die Liebe in seinem Leben vermisst und ohne Partner ist, obwohl man sich sehnlichst einen wünscht. Zudem soll das Lesen der Zeilen dabei helfen, die Einsamkeit nicht länger bei sich zu dulden, sondern sie zu bitten, zu gehen, um dadurch in die Position zu gelangen, ihre gelegentliche Anwesenheit wieder würdigen zu können.

Die Schattenseite des Singleseins

Nach einer Trennung fühlt man sich einsam, keine Frage. Insbesondere, wenn eine längere Beziehung hinter einem liegt, fehlt jegliche Erinnerung an das Alleinsein. Aber irgendwann gelingt es damit umzugehen, die neue Situation anzunehmen und mit ihr zu leben. Man fängt an, das Leben als Single zu genießen und für sich auszukosten: Ausgiebige Treffen mit alten Freunden; unverbindliche Flirts; Kochen, wonach einem ist; den Film ansehen, den man tatsächlich sehen will ... Man kann viel mit sich alleine Anfangen und die Zeit ohne Partner nutzen, um wieder zu sich zu finden, sich neu zu entdecken oder vielleicht sogar, neu zu erfinden.

War dieser Prozess erfolgreich und zufriedenstellend, kommt man irgendwann an den Punkt, an dem einen die Lust packt, sich wieder in den Dating-Dschungel zu stürzen. Das macht zu Beginn viel Spaß, vielleicht lernt man auch einige Kandidaten kennen; vielleicht sind die nicht die große Liebe, aber vielleicht macht das auch nichts; vielleicht hat man Freude daran, via Versuch und Irrtum nach der Liebe zu suchen. Ist dieser Prozess jedoch von längerer Dauer (wie lange zu lange ist, ist interindividuell sehr verschieden) kippt die Stimmung. Singlesein ist nichts Erstrebenswertes mehr, man hat keine Freude mehr daran, man will nichts mehr von den Vorteilen hören, sondern sieht sich permanent den Nachteilen ausgesetzt:

  • man verzweifelt bei der Suche nach dem/r Richtigen
  • Flirts und Dates machen keinen Spaß mehr, sondern sind mit einem gewissen Druck verbunden
  • jeder im Freundeskreis scheint plötzlich glücklich vergeben
  • nichts macht mehr alleine Spaß
  • man sehnt sich nach jemanden, der zum Frühstück bleibt, zum Mittag- und zum Abendessen
  • Bett und Sofa wirken zu groß, um alleine darauf sein zu können
  • man fühlt sich unvollkommen und Leere macht sich breit
  • das Gefühl, von jemanden geliebt zu werden, fehlt

Wenn Alleinsein zur Einsamkeit wird

Momente wie die oben geschilderten kennt sicherlich jeder, der schon länger Single ist und eigentlich keine Lust mehr darauf hat. Solche Empfindungen und Gedanken sind normal und vergehen spätestens dann, wenn ein neuer Partner ins Leben tritt. Bis es soweit ist, geht jeder unterschiedlich mit dem Alleinsein um; manche schaffen es besser, die Einsamkeitsgefühle zu vertreiben, indem sie sich mit guten Freunden, der Familie, dem Haustier oder anderen Dingen ablenken.

Anderen hingegen fällt es weniger leicht, die Einsamkeit auszusperren. Sie beginnen sich danach zu fragen, worin die Ursachen für ihr Alleinsein begründet liegen; man fühlt sich ungeliebt, zweifelt an, überhaupt liebenswert zu sein; entsprechend ist man immer mehr gehemmt, auf andere zuzugehen, die Weitersuche motiviert einen nicht; stattdessen verkriecht man sich immer weiter, wie in ein Schneckenhaus, aus dessen Windungen man sich aus Schüchternheit irgendwann gar nicht mehr hinauswagen möchte. So entsteht der Teufelskreis, denn wer niemanden mehr sehen möchte, kann niemanden kennenlernen, weshalb sich auch nur schwer ein neuer Partner finden wird, der das eigene Leben wieder mit eben der Liebe füllen kann, nach der man sich so schmerzlich sehnt. Einsamkeit ist daher nichts, was passiv ausgesessen werden kann! Ihre Überwindung muss aktiv angegangen werden, wobei die folgenden Ratschläge hoffentlich hilfreich sind:

Verschiedene Strategien, die Einsamkeit zu überwinden

Sich mit Menschen umgeben, die einen lieben

 

Gruppe von Menschen Umgeben Sie sich mit den richtigen Menschen  –   © istock

Zwar ist es nicht die Liebe der Eltern, die Liebe eines Freundes oder der Schwester, die im Leben fehlt, aber eben diese Leere mit einer anderen Form des Gefühls zu füllen, kann so falsch nicht sein. Natürlich können diese Personengruppen keinesfalls die Vertrautheit und Intimität ersetzen, die mit einem Partner möglich ist, aber sie können vieles leisten, was dazu führen wird, dass man sich besser und vor allem weniger einsam fühlt: Sie können einen in den Arm nehmen; einem gut zureden und so unter Beweis stellen, wie sehr sie einen lieben; sie kennen einen gut genug, um zu wissen, was helfen könnte, sich abzulenken; sie sind gute Gesellschaft, die man schon immer zu schätzen wusste.

Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Sicherlich haben sie alle Verständnis für die empfundene Einsamkeit, aber sie werden einem ebenso verständlich machen, dass man es eigentlich nicht zu sein braucht, solange man sie in seinem Leben hat.

Sooft wie möglich unter Leute gehen

 

Natürlich helfen Fremde nicht zwangsläufig dabei, die Einsamkeitsgefühle zu vertreiben, aber immerhin igelt man sich nicht ein. Auszugehen und versuchen Spaß zu haben, ist ein wichtiger Aspekt, den man sich bewahren sollte, auch wenn man sich einsam fühlt. Denn die Freude kommt beim Lachen, Unternehmungen können einen nämlich nicht nur ablenken, sondern auch dafür sorgen, dass sich die Stimmung verbessert. Auch, wenn man seinen ehemaligen Hobbys dies nicht mehr zugesteht: Sie können sehr wohl alleine ausgeführt werden und Spaß machen. Und wer weiß, vielleicht findet sich genau dort, beim Schwimmen, beim Joggen, im Kino oder im Café jemand, der einem aus der Einsamkeit heraushelfen kann.

Niemals die Hoffnung verlieren

 

Es ist wichtig, auf der Suche zu bleiben. Dabei am besten so viele Möglichkeiten ausschöpfen, wie möglich - ohne in Stress zu verfallen, weil man sich selbst jedes Mal wieder das Soll auferlegt: Der/Die muss es jetzt aber sein! Natürlich wird die Suche frustrierender, je länger sie andauert, allerdings bedeutet ein langer Weg nicht automatisch, dass er nicht zielführend ist, oder?

Manche Menschen haben eben das Glück, die Liebe des Lebens sehr früh, früh oder zumindest noch vor einem selbst gefunden zu haben. Jeder Lebensentwurf hat sein Für und Wider - wer schon sehr lange in einer Beziehung lebt, wird nicht ohne Neid auf jemanden Blicken, der gute Jahre als Single hatte, weit gereist ist, viel unternommen hat, Zeit für sich hatte oder einfach seinen Spaß hatte. Daher sollte man nie damit aufhören, das Positive in seiner Lage zu sehen und schon gar nicht damit, zuversichtlich zu sein, dass man auch selbst die Liebe finden wird.

Sich selbst lieben

 

Wer einsam ist, sehnt sich danach, Zeit mit jemanden zu verbringen, den man liebt und der dasselbe für einen selbst empfindet. Wer sich selbst liebt, hat so gesehen eigentlich keinen Grund, einsam zu sein. Mit sich selbst im Reinen zu sein, sich als Mensch wertzuschätzen, sich liebenswert zu fühlen, zu wissen, wo im Leben man steht und was man will, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben ... All das hilft einem dabei, Einsamkeit besser auszuhalten.

Allzu oft ist Einsamkeit doch deswegen so schwer zu ertragen, weil sie Zeit gibt, nachzudenken und sich in Konjunktiven zu verlieren. Zeit im Überdruss zu haben und nichts damit anzufangen zu wissen befördert Selbstzweifel, Gedanken, die sich im Kreise drehen und zu keinem Ergebnis führen. Wer aber was auf sich hält, wird sich dem zur Wehr setzen können und diese Symptome der Einsamkeit zu verscheuchen wissen. Natürlich kann man selbst keinen anderen Menschen ersetzen, man kann sich selbst kein Partner sein, da die gegenseitige Liebe eben das ist, was einem fehlt. Aber sich selbst zu lieben kann sehr wohl dabei helfen, die Einsamkeit erträglicher zu machen und ihr weniger Platz im Leben einzuräumen, sodass man es auch alleine, ganz für sich genießen kann.

Sich helfen lassen, ehe die Einsamkeit der Psyche schadet

 

Nicht immer schafft man alles aus eigener Kraft, das ist völlig legitim. Sich das einzugestehen, ist ein großer und mutiger Schritt. Droht die Einsamkeit einen vollends zu verschlingen und helfen auch die Ratschläge im Text oder diejenigen von einem Nahestehenden nichts, kann es helfen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Da viele Menschen das Gefühl der Einsamkeit kennen, gibt es zahlreiche Angebote: Online-Selbsthilfegruppen und Foren, der Besuch bei einer Beratungsstelle oder einem/r Psychotherapeut/in.

Einsamkeit, Zweisamkeit, ...

Am Wichtigsten ist wohl, seine Perspektive zu überdenken. Wie eingangs schon beschrieben: Die Einsamkeit kann ein angenehmer Weggefährte sein. Mit sich selbst und darüber zufrieden zu sein, ist ein Privileg der Gegenwart, in der alles immer schnelllebiger wird. Zeit ist Mangelware, sie nur für sich aufzuwenden erst recht. Natürlich tröstet das nicht darüber hinweg, sich nach einer Liebesbeziehung zu sehnen, aber vielleicht kann dieser Gedanke dabei helfen, die Einsamkeit nicht als Übel zu betrachten, sondern als Notwendigkeit.

Mit sich zu sein heißt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Vielleicht heißt es auch, sich neu kennenzulernen, herauszufinden, wer man im Verlauf der letzten Jahre geworden ist. Vielleicht ist das nötig, um sich einem anderen vollends offenbaren zu können. Vielleicht macht Einsamkeit Zweisamkeit erst vollkommen.

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