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Single-Leben

Kind oder Karriere?

Eine Frage spaltet die Nation - die Entscheidung zwischen Nachwuchs oder beruflicher Selbstverwirklichung. Die Gedanken zu so einer Entscheidung sind vielfältig.

Frau mit Kind am Computer Kind oder Karriere?  –   © fotolia

Es ist wohl eine der verfänglichsten Alliterationen der deutschen Sprache überhaupt. "Kind oder Karriere" klingt für einige wie eine Kriegserklärung, während es für andere eine einfache Entscheidung darstellt, die kaum größere emotionale Kämpfe nach sich zieht. Und manch einer sieht in dieser Frage nicht einmal ein Problem und erst recht keinen Angriff. Bezeichnend ist jedoch, dass diese Frage nach wie vor in überwiegend weiblichen Köpfen gestellt wird. Das Problem sind noch immer die Rahmenbedingungen - auch, wenn sich in den letzten Jahrzehnten schon viel getan hat.

Die Zerrissenen

Kind oder Karriere ist wohl ein Scheideweg, den die Emanzipationsbewegung hervorgebracht hat. Viele Frauen fühlen sich ab einem bestimmten Alter gespalten, sie haben den Eindruck, sich mit dieser Frage gleichzeitig für oder gegen die Emanzipation entscheiden zu müssen. Emanzipiert sind die meisten Frauen gern - weder wollen sie sich dem Gegenteil zuwenden, noch einen Verrat an den Errungenschaften ihrer Mütter-Generation begehen. Entscheiden sie sich für Kinder und eine ausgebremste Karriere, fühlen sie sich, als würden sie ihre Freiheit mit Füßen treten. Entscheiden sie sich für die Karriere, klingt es wie eine Entscheidung gegen das Frausein. Doch wer will seine Weiblichkeit allein über den Nachwuchs definiert sehen? Eine Entscheidung für beides bedeutet aber auch, viele Kompromisse zu machen - und im schlimmsten Fall als schlechte Mutter beäugt zu werden, weil der Säugling bereits in die Krippe geht.

All' diese Fragen, Widersprüche und Ungereimtheiten, die sich bei so einer Frage auftun zeigen, dass Gleichberechtigung noch längst kein verwirklichter Traum ist. Denn wie man es dreht und wendet, es lässt sich nicht ändern: Die Kinder kriegen immer noch die Frauen. Und das bedeutet bei aller Emanzipation auch, dass sie - wenigstens eine Zeitlang - nicht für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Das regelt das Mutterschutzgesetz.

Die Gewillten

Auf der anderen Seite stehen die Männer. Sie werden gesellschaftlich nicht nur mehr in die Pflicht der Kindererziehung genommen, nein, sie haben auch generell mehr Rechte, was Vaterschaft und Vatersein betrifft. Beides ist gut und richtig. Doch auch ihnen wird es nicht leicht gemacht: Ein Mann, der Elternzeit nimmt und damit meist auch zu einem Hausmann wird, muss schon ein stabiles Selbstwertgefühl und die Mitte seiner Männlichkeit gefunden haben, um den Blicken weniger emanzipierter Geschlechtsgenossen standzuhalten.

Das Zünglein an der gesellschaftlichen Waage

Für größere Arbeitgeber sind Fragen der Emanzipation vor allem dann wichtig und ausschlaggebend, wenn es um Dinge wie Frauenquote oder die Steigerung des Ansehens als soziales Unternehmen geht. Ansonsten zählen die Fakten: Die Frau trägt das Kind aus, was bedeutet, dass sie ausfallen kann, wenn in der Schwangerschaft Probleme auftreten, in jedem Fall aber temporär ausfallen wird, wenn der Zeitraum des Mutterschutzes eintritt. Und dass die Frau bei all ihren exzellenten Zeugnissen und der guten Ausbildung, allem Potential und dem Willen, Karriere zu machen, auch tatsächlich nach der Geburt zurückkehrt, garantiert niemand.

Und so bleibt die Frage nach der Vereinbarkeit von Kind und Karriere für viele Menschen nicht nur eine organisatorische. Denn so gewillt Frauen, Männer und Gesellschaft auch sein mögen, einen Weg der Gleichberechtigung zu gehen, so dominant und wegweisend ist in unserer Gesellschaft noch immer die Wirtschaft mit ihrem kapitalistischen Gedanken.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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