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Single-Leben

Single-Haushalte: allein, aber nicht einsam

Wer allein lebt, muss nicht automatisch einsam sein.

Aktive, fröhliche Single-Frau Singlesein und Fröhlichsein: kein Widerspruch!  –   © fotolia

Die Zahl der Single-Haushalte steigt und das Thema Alleinsein ist aktuell wie nie zuvor: Jeder fünfte Bundesbürger lebt allein. Aber sind sie alle auch einsam? Wie einsam ist Alleinsein überhaupt? Den Zusammenhang zwischen Alleinsein, Isolation und Einsamkeit hat der amerikanische Soziologe Eric Klinenberg in seinem Buch "Going Solo" ausführlich untersucht.

Auf die Idee zu dem Buch kam Klinenberg im Jahr 1995, als er hörte, dass viele der 750 Toten, die Opfer einer Hitzewelle in Chicago wurden, nur deshalb starben, weil sie sehr isoliert lebten.

Sieben Jahre recherchierte Klinenberg zu diesem Thema und befragte in dieser Zeit auch 300 Alleinlebende. Und was mit einem Katastrophenszenario begann, endet mit einem überraschenden Fazit. Denn für Klinenberg ist das Alleinleben eine durchaus erwähnenswerte Alternative. Anders als andere Kollegen romantisiert er nicht die Ära der Großfamilien und lebenslangen Ehen. Er sieht die Vergangenheit pragmatisch und die niedrigen Scheidungsraten eher als Überlebensstrategie, denn als "heile Welt", die einem Werteverfall zum Opfer gefallen ist.

Die Entwicklung

Die Angst der Menschen vor dem Alleinsein ist für ihn evolutionär begründet. 200.000 Jahre menschliches Leben in gesellschaftlichen Gruppen sind natürlich dominanter als die wenigen Jahrzehnte, in denen Menschen das Alleinleben für sich entdeckt haben.

Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier - und so ist das Alleinsein (als relativ unbekannte Komponente) für viele Menschen noch immer mit der Angst vor Einsamkeit verbunden. Dabei haben Menschen, die allein leben, häufig ein viel aktiveres Sozialleben als andere. Sie gehen häufiger aus, treffen Freunde und auch Nachbarn und sind sozial oft ehrenamtlich engagiert. Auch das ist ein Zeichen unserer Zeit - denn das Aufbauen von und Agieren in Netzwerken ist heute in einem besonders hohen Maße möglich. Eine Form der Verankerung, die vor Vereinsamung schützen kann.

Die Anzahl der Single-Haushalte in Europa steigt jedenfalls beständig: Allein in Paris gibt es 50 Prozent Single-Haushalte, in Stockholm sind es sogar 60 Prozent. Berlin sieht dagegen mit seinen 31 Prozent recht konservativ aus.

Die Vorteile

Neben den Nachteilen, dass Alleinleben viel teurer ist und weniger umweltfreundlich, hat es aber auch viele Vorteile. Denn die Zeiten haben sich in vielerlei Hinsicht geändert: Besonders in größeren Städten ist der Mensch ständig von Menschen umgeben - im Job, beim Sport oder auf dem Nachhauseweg in der Bahn. Das Internet begleitet uns überall, wir werden mit E-Mails bombardiert und agieren in sozialen Netzwerken. Die Gefahr, sich dabei selbst aus den Augen zu verlieren, ist groß. Wer allein lebt, schafft sich damit auch einen möglichen Ausgleich.

Klinenberg plädiert für Umgebungen, in denen die Bedürfnisse nach Nähe und Distanz miteinander verbunden werden können. Ihm schweben urbane Entwürfe vor, in denen der Einzelne seine eigene Wohnung hat, es aber im Haus auch Gemeinschaftsräume gibt - Cafés, Aufenthalts- oder Partyräume. So kann man sich treffen, wenn man es will, ist aber nicht dazu genötigt. Und es bleibt viel Raum für ein Alleinsein, das nicht zwingend zur Einsamkeit führt.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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