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Single-Leben

Verlobung: Können Frauen auch Männer fragen?

Wenn Paare mit den Traditionen brechen, ist das immer auch ein Zeichen von Emanzipation.

Überglückliches Paar Sie hat sich getraut, ihn zu fragen  –   © fotolia

Die Frage aller Fragen ist es, auf die manche Frau sehnsüchtig wartet, als wäre es der einzige Tag mit Bedeutung. Bei jeder feierlichen Gelegenheit wird der Atem angehalten und sie fragt sich: Tut er's jetzt? Fragt er mich heute, ob ich seine Frau werden will?

Doch wir leben in der Moderne und nicht jede Frau ist bereit, in romantischer Geduld zu schwelgen, und so nehmen immer mehr Frauen das Ruder selbst in die Hand und unterbreiten ihrem Liebsten einen Antrag. Ob sich das "gehört" oder nicht, daran scheiden sich die Geister. Und letztendlich lässt sich daran wohl auch ein bisschen ablesen, wie emanzipiert oder traditionell jemand ist.

Sehen wir uns nämlich einmal an, woher der Brauch kommt, dass der Mann der Frau den Hof macht und nicht umgekehrt, wird es ganz schön unromantisch, denn besonders die Hochzeitsbräuche haben ihre Wurzeln in der ungleichen Wertigkeit von Mann und Frau. Der Status der Ehefrau unterlag aus männlicher Sicht in vielen Kulturen einem Besitzdenken. Je nach Zeit, Land und Region wurden Frauen "gekauft" oder ihre Familien trugen die finanzielle Bürde der Eheschließung. Das führt zum Beispiel - unter anderem in Indien - bis heute dazu, dass immer wieder neugeborene Mädchen getötet werden oder arme Familien ihre Töchter regelrecht "feilbieten" mussten, um sie noch unter die Haube zu kriegen. Auch Zwangsvermählungen fanden meist gegen den Willen der Frau statt und seltener gegen den Willen des Mannes.

Denn dieser war es, der sich eine Dame auswählte, schließlich heißt es ja auch auf "Brautschau" gehen - ein männliches Pendant zu dem Wort gibt es nicht. Hatte er sich eine Frau ausgeguckt, folgte die übliche Vorsprache bei den Eltern der Braut, vornehmlich beim Vater. Man hielt um die "Hand" der Tochter an - und führte der Vater die Braut später zum Altar, so legte er tatsächlich die Hand seiner Tochter in die Hand ihres zukünftigen Ehemannes. Er übergab sie einem neuen Mann, legte ihr Schicksal in seine Hand.

Die Zustimmung zu der Heirat hing jedoch von verschiedenen Faktoren ab. Die finanzielle Situation des Bräutigams war entscheidend, ebenso seine gesellschaftliche Stellung und der Ruf, aber auch die Ansprüche, die die Eltern der Frau hatten. Selbst wenn zwei Liebende den Segen des Brautvaters erbaten, konnte es passieren, dass dieser verweigert wurde. Liebe war damals eben nicht das Ausschlaggebende und die Frau hatte zu wenig Rechte, um sich in einem Patriarchat durchzusetzen.

Kein Wunder also, dass viele Frauen heutzutage ihre Rechte mit Begeisterung ausüben und auch in Sachen Hochzeit gern mit den Traditionen brechen - der Heiratsantrag kommt immer öfter auch von der Frau. Die Freiheiten, die Frauen heute bei der Wahl ihres Lebenspartners haben, waren für viele weibliche Generationen vor uns einfach nicht denkbar. Es war ein langer Weg bis hierhin - und in vielen Kulturen gelten die Traditionen und Bräuche zwischen Mann und Frau auch heute noch.

Sollte also ihre Liebste irgendwann mit Tränen in den Augen und einem Ring in der Hand vor ihnen stehen und Ihnen die Frage aller Fragen stellen, können Sie sich doppelt freuen: Sie haben eine Frau an ihrer Seite, die weiß, was sie will - und die emanzipiert genug ist, sich das auch zu erkämpfen.

Lea-Patricia Kurz /Parship

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