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Besondere Situationen

Karriereglück und Liebespech?

Schon als kleines Mädchen ehrgeiziger als andere. Die Ausbildung mit Bestnoten absolviert. Beruflich Oberliga und in der Welt weit herumgekommen. Eine beeindruckende Bilanz, die sich für Frauen auf Partnersuche jedoch manchmal als Handicap erweist - jedenfalls scheinbar.

Karriereglück und Liebespech? © iStock

Ob nun in der Politik, der Wissenschaft und Wirtschaft oder auch im Sport: Frauen in Deutschland können heutzutage überall Spitzenpositionen bekleiden. Dennoch scheinen sich die "Chefetagen" in Bezug auf die Suche nach dem Mann fürs Leben eher nachteilig auszuwirken, vor allem wenn Führungspositionen von selbstbewussten Frauen besetzt sind. Susanne (35) wagte das Experiment und war erstaunt, als sie folgendes feststellen musste: Kaum dass die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin ihren Doktortitel aus ihrem Parship-Profil verbannt hatte und folglich als "Angestellte" einer Unternehmensberatung firmierte, quoll ihr Postfach an Anfragen über.

Und Action!

Single-Experte und Buchautor Eric Hegmann glaubt nicht unbedingt, dass Männer Angst vor erfolgreichen Frauen haben und Karriereglück und Liebespech so eng miteinander verbunden sind: "Neueste Untersuchungen zeigen, dass gerade die Online-Partnersuche weltweit einen Trend aufweist, der Männer immer öfter davon abrücken sieht, sich gemäß gängiger Klischees in der Partnerwahl 'nach unten' zu orientieren." Sobald das tradierte Rollenbild nicht erfüllt wird, beginnen Männer an ihren eigenen Qualitäten zu zweifeln – nach dem Motto: "Die ist so tough, die hat Geld, die macht Karriere, so einen wie mich braucht die sowieso nicht." Dann verzichten sie automatisch auf Mail-Anfragen, selbst wenn ihnen das Profil der Unternehmensberaterin eigentlich zusagt. Erfolgreiche Frauen könnten dies jedoch als Herausforderung annehmen, findet Hegmann. Sein Tipp: "Die Online-Partnersuche einfach selbst aktiv gestalten. Je mehr Kontaktanfragen eine Frau verschickt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, den Richtigen zu finden."

Der Fall des Traumprinzen

Auch wenn eine hohe Frequenz an Kontakten viel Aktivität ausstrahlt, sollte dennoch bedacht werden, dass es einen womöglich nicht weiterbringt, wenn man wahllos durch die Partnervorschläge hetzt und täglich eine Vielzahl von Kandidaten mit unpersönlichen Ein-Satz-Ansprachen bombardiert. Viel wichtiger ist es, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, wie man die Vorauswahl gestalten möchte. Die beginnt bereits beim eigenen Profil. Schließlich ist die Selbstdarstellung entscheidend, wenn es darum geht, potenzielle Interessenten auf sich aufmerksam zu machen. So berichtet der Autor Eric Hegmann in seinem Partnerwahl-Ratgeber "Die Traumprinz-Falle" vom Phänomen beruflich erfolgreicher Frauen, die teils diffuse Ansprüche an einen Partner stellen, ohne wirklich in Worte fassen zu können, worauf sie besonderen Wert legen und damit das Bild vom Traumprinzen aufbauen, dem kein Mann in der Realität standhalten kann. Deshalb rät er dazu, die Ansprüche besser auf die Qualität der Beziehung als auf jene des Partners zu richten und dies im eigenen 'Ich über mich' auch deutlich zu benennen. So könnte zumindest ein Weg aus dem vermeintlichen Dilemma von Karriereglück und Liebespech gebahnt werden.

Nicht "schrumpfen"

Versuchen Sie Ihre Welt nicht kleiner zu machen, als sie tatsächlich ist. Schließlich wollen Sie beim ersten Date nicht verschweigen müssen, dass Sie einen Sportwagen fahren und überhaupt sehr gebildet sind. Wenn sich ein Mann sowohl durch Ihre Bildung wie auch durch Ihre Lebensart "gestört" fühlt, kann er wohl kaum der Richtige gewesen sein. Zugegeben: Bei der ersten Mail oder Verabredung Ihre beruflichen Erfolge unmissverständlich ins Rampenlicht zu rücken, kann bei etwas finanzschwächeren Männern ungewollt Zugzwang erzeugen und dient Ihnen womöglich nur dazu, sich hinter Ihren Erfolgen zu verschanzen. Dadurch gewährleisten Sie in gewisser Weise, sich auf niemanden wirklich einlassen zu müssen und letztendlich auch nicht dabei verletzt zu werden. Doch ob dies der richtige Weg aus der Sackgasse namens Karriereglück vs. Liebespech ist, bleibt zu bezweifeln.

Ehrlichkeit ist die beste Währung

Was ist Ihnen wirklich wichtig? Sie müssen nicht beliebig, sondern ehrlich sein. Durchforsten Sie die Furcht erregenden Listen über die Qualitäten Ihres zukünftigen Partners nach 100%igen "Traumprinz-Fallen- und Fallstricken" (wettkampftauglich Golf spielen, virtuos Klavier spielen und mindestens sechs Fremdsprachen inklusive zwei Programmiersprachen fließend, schließlich beherrschen Sie das ja alles auch). Stellen Sie lieber sich selbst in den Mittelpunkt und legen Sie vor allem fest, welchen Platz der mögliche Partner in Ihrem Leben einnehmen könnte. Selbstverständlich mögen alle Menschen Sonnenuntergänge, Meeresrauschen, Frühstück am Bett und Weltfrieden. Doch wie viel davon ist wirklich aussagekräftig, wenn es um Ihre Wünsche und Vorstellungen in einer Partnerschaft geht? Wie kann Sie das aus der Masse der Juristinnen, Managerinnen, Professorinnen herausheben? Viel spannender und interessanter ist es doch, zu wissen, dass Sie gerne backen lernen würden, weil Sie nichts mehr wünschen, als endlich einmal selbstgebackene Kekse an Weihnachten servieren zu können, als ständig abgepackte kaufen zu müssen. Womöglich hat ja genau der eine, den Sie suchen, das passende Rezept.

Liebe zu ihrer Zeit

Auch wenn Online-Dating bestimmt eine erfolgreiche Rezeptur sein kann, um sich aus dem Klammergriff des ewigen Widerspruchs zwischen Karriereglück und Liebespech ein wenig zu befreien, ist eine Partneragentur dennoch kein Versandkatalog. Und suchen bedeutet immer auch, dass Zeit investiert werden muss – selbst wenn dies für erfolgreiche Frauen ein kostbares Gut ist: "Viele von ihnen schauen deshalb sehr stark auf das Schicksal und dessen Beitrag zum Liebesglück – entweder Liebe auf den ersten Blick oder nichts", beschreibt Hegmann das Dilemma. Einerseits sei es zwar gut, sich parallel mit mehreren Männern zu treffen. Andererseits führe ein vorschnelles Abhaken ("passt nicht") in die nächste Falle. Weiterhin gibt der Beziehungsexperte zu bedenken: "Auch eine gewisse Supermarktmentalität – der nächste Laden hat vielleicht ein besseres Angebot – gibt der Liebe keine Chance." Liebe braucht Zeit und muss wachsen, damit der Mut reifen kann, dem anderen sein Inneres zu zeigen.

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