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Besondere Situationen

Trotz Untreue Vertrauen in einen neuen Partner fassen

Betrogen zu werden ist grausam: es verletzt, macht wütend und bricht jegliches Vertrauen. Für viele ist Untreue ein Trennungsgrund; allerdings geht mit der Trennung vom Partner nicht automatisch auch die Trennung von unguten Gefühlen, Ängsten und Zweifeln einher. Diese bleiben zuweilen bestehen und können sich auf das Vertrauen in zukünftige Partner auswirken.

Frau sitzt allein an einem See Kann man mit einem Seitensprung leben?  –   © Fotolia

Die Hiobsbotschaft

"Ich habe dich betrogen" - dieser gehört zu den wohl schlimmsten Sätzen, die man von seinem Partner hören kann. Unweigerlich sieht man sich verschiedensten Gefühlslagen ausgesetzt. Auf der einen Seite stehen Trauer, Fassungslosigkeit, Angst und Selbstzweifel; auf der anderen werden Zorn, Rachegelüste, Aggressionen und Hass übermächtig. Es ist ein Konglomerat so vieler verschiedener Eindrücke, die nicht zusammenpassen wollen, dass es sich wie totale Leere anfühlt - sowohl im Kopf als auch im Herzen.

Die Suche nach Gründen

Wenn sich die erste Überwältigung etwas gelegt hat, beginnt sich das Gedankenrad unaufhörlich zu drehen, weil es auf der Suche nach dem "Warum" die unterschiedlichsten Antworten zu produzieren sucht:

  • "Er hat mich nie geliebt."
  • "Sie hat mich nur ausgenutzt, ich bin ihr nicht mehr gut genug."
  • "Ich habe ihn mit meiner Eifersucht förmlich in ihre Arme getrieben."
  • "Ich konnte ihren sexuellen Ansprüchen nicht gerecht werden."
  • "Ich war ihm zu langweilig."
  • "Ich habe mir schon lange gedacht, dass zwischen den beiden mehr ist als nur Freundschaft."
  • "Ich hätte mehr auf seine Bedürfnisse eingehen sollen, kein Wunder, dass er sich eine Neue gesucht hat."

Die Frage nach dem "Warum" kann letztlich nie vollständig und schon gar nicht zufriedenstellend geklärt werden. Denn egal, wie die Untreue zu rechtfertigen oder zu erklären versucht wird: Die Ursachenfindung ändert nichts an der Tatsache, dass der Seitensprung stattgefunden hat. Entsprechend kann keine Erklärung die Gefühle ungeschehen machen, weshalb das Gedankenrad eine eher zermürbende als heilende Wirkung hat - sein Drehen kann jedoch nur schwerlich verhindert werden.

 

Die Konsequenzen für die Beziehung

Für die meisten Menschen ist die einzig tragbare Konsequenz der Untreue, die Beziehung zu beenden. Es erscheint vielen nicht möglich, der einst so geliebten Person je wieder Vertrauen und Liebe entgegenbringen zu können. Daher wird es als die gesündeste Lösung angesehen, sich vom Partner zu trennen und nach vorne zu blicken - in eine Zukunft ohne den Menschen, der einen so verletzt hat. Man wird lernen, wieder alleine klarzukommen und ohne den anderen glücklich zu sein. Und so geschieht es auch tatsächlich: Nach einigen Wochen oder Monaten vergeht der Liebeskummer, die Erinnerungen an die Verletzungen verblassen, an den Expartner und die Vergangenheit werden kaum noch Gedanken verschwendet.

Die Traurigkeit ist verflogen und man hat sich gut in seinem neuen Leben als Single eingefunden. Mit der wiedergewonnenen Freiheit geht einher, entsprechende Vorzüge genießen zu können - ausgehen, neue Leute kennenlernen, sich verabreden und bestenfalls wieder einen Partner finden.

Was passiert, wenn ein neuer Partner ins Leben tritt?

Mann liest Nachricht auf Handy Unbegründetes Misstrauen?  –   © istockphoto.com

Die ursprüngliche Überzeugung bestand darin, sich vom alten Partner und all den negativen Assoziationen, die mit ihm verbunden waren, zu trennen. Dieser Plan scheint auch vollends aufgegangen, solange keine neue Beziehung besteht - immerhin ist einem in dieser Phase niemand nahe genug, um das besondere Vertrauen der Liebe genießen zu können. Dies ändert sich aber, wenn eine neue Partnerschaft eingegangen wird. In der ersten Zeit fällt es vielleicht noch nicht sehr ins Gewicht, da viel Zeit gemeinsam verbracht wird und keine Anlässe bestehen, die Vertrauen erfordern. Oft aber sehen sich Menschen, die von früheren Partnern betrogen wurden, in neuen Beziehungen nach einiger Zeit wieder den alten Gefühlen ausgesetzt: Das Vertrauen des Betrogenen gerät ins Wanken, obwohl der neue Partner keinerlei Gründe für Misstrauen geliefert hat. Es wird deutlich: Zwar ist es möglich, sich von der Person zu trennen, die einen betrogen hat, jedoch bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass man sich auf diese Weise auch der leidigen Erfahrungen entledigen kann.

Möglichkeiten, Vertrauen in eine neue Beziehung zu setzen

Für manche ist es kein Problem, wieder Vertrauen zu fassen, nachdem sie betrogen wurden. Denjenigen, die Untreue nicht so leicht verarbeiten können und dadurch Probleme mit neuen Partnern haben, seien folgende Ratschläge an die Hand gegeben:

Ehrlich sein und sich dem neuen Partner offenbaren

Ein paar an einem See Vertrauen Sie sich dem neuen Partner an  –   © istockphoto.com

Wenn man merkt, dass sich Zweifel einschleichen und dem neuen Partner misstraut wird, ist es unter Umständen besser, offen das Gespräch zu suchen. Eine neue Beziehung kann sehr darunter leiden, wenn einer von beiden Partnern Zweifel an der Treue des anderen hat. Insofern diese Bedenken nicht offen kommuniziert werden, äußern sie sich zumeist in übertriebenen Kontrollhandlungen, Vorwürfen, Eifersucht, Einschränkungsversuchen etc. Dass dies eine junge Liebe sehr strapazieren kann, dürfte für jeden nachvollziehbar sein. Wird dagegen der Mut aufgebracht, mit dem neuen Partner darüber zu sprechen, dass der letzte Partner untreu war und mit welchen Gefühlen dies für einen selbst verbunden ist, hat die Beziehung eine Chance. Dessen Verständnis vorausgesetzt, kann der neue Partner entsprechend handeln und sich auf die Bedürfnisse des Betrogenen einstellen; so können gemeinsam Lösungen gefunden werden, sodass das Misstrauen auf keinen fruchtbaren Boden fällt und bestenfalls mit der Zeit verschwindet.

Die "Schuld" nicht bei sich selbst suchen

Tunlichst vermieden werden sollte zudem, den Grund für die Untreue des ehemaligen Partners bei sich selbst zu suchen. Freilich, viele mögen an dieser Stelle anmerken, dass für das Gelingen einer Beziehung immer zwei Parteien verantwortlich sind, jedoch sollte Untreue hier außen vor gelassen werden. Gewiss mag es Dinge geben, die in der vorherigen Partnerschaft nicht so gut gelaufen sind, und man tut gut daran, bewusst darauf zu achten, vergangenen Fehler nicht zu wiederholen. Jedoch sollte dies nicht in totaler Selbstkritik ausarten. Wenn es möglich ist, sich selbst einzugestehen, dass sich die Dinge bei einem neuen Partner nicht automatisch wiederholen und dass man selbst die Untreue nicht provoziert hat, dann ist einem viel geholfen. Der Seitensprung war der Fehler des Expartners, nicht der eigene und auch nicht der, des neuen Partners!

Nicht vergleichen

Menschen, die Erfahrungen mit Untreue gemacht haben, wissen genau, unter welchen Umständen der letzte Seitensprung stattgefunden hat (vielleicht nach einer Partynacht? Im Urlaub? Oder auf Geschäftsreise?). Entsprechend ist es Gift für das Gemüt, wenn der neue Partner z. B. mit Freunden feiern ist, über das Wochenende verreist oder mit einem Arbeitskollegen des anderen Geschlechts zum Essen verabredet ist. Dass unter solchen Umständen Parallelen gezogen und die schlimmsten Szenarien ausgemalt werden, ist wenig verwunderlich. Aber, so schwer es auch fallen mag: Vergleiche anzustellen führt zu nichts! Was ein Partner gemacht hat, muss nicht auch für den neuen gelten. Entsprechend sollte man versuchen, sich zu entspannen und daher besser keine Checkliste der Warnsignale führen, die die Verhaltensweisen verschiedener Partner vergleicht. Jeder Mensch ist einzigartig und ebenso jede Beziehung. Alle Männer/Frauen über einen Kamm zu scheren, wäre ungerecht.

Positive Beispiele suchen

Fündig wird man bestimmt im Freundes- und Bekanntenkreis oder auch in den Medien. Sicherlich haben die meisten Menschen schon einmal Erfahrungen mit Untreue gemacht und trotzdem neue Partner gefunden, mit denen sie nun lange und glückliche Beziehungen führen. Solche Menschen und Partnerschaften sollten Mut machen, dass es auch für einen selbst möglich sein wird, wieder Vertrauen zu fassen und sich auf die Liebe einzulassen. Daher können offene und ehrliche Gespräche mit anderen Betroffenen helfen, die eigene Sichtweise zu verändern sowie Wege und Möglichkeiten zu finden, die einem dabei helfen können, sich und sein Handeln nicht von Misstrauen dominieren lassen zu müssen.

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