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Das erste Treffen

Höflichkeit ist niemals offline

Die Formen der Liebe sind nicht unbedingt allgemeingültig. Dennoch gehorchen sie universellen Regeln, was Benehmen, Respekt und höfliche Umgangsformen angeht - sowohl bei der Online-Partnersuche wie auch beim spontanen Flirt.

Höflichkeit ist niemals offline © Fotolia

Der Wunsch nach einem gewissen Maß an Allgemeinbildung und der Anspruch an korrektes und höfliches Benehmen werden auch bei der Online-Partnersuche von den meisten nicht ausgeblendet. Dass die Benimm-Regeln beim Online-Flirt jedoch anderen Gesetzen gehorchen, bringt diese spezielle Kommunikationsform mit sich.

Auftakt nach Maß

Mit dem richtigen Fuß aufzustehen ist auch im übertragenen Sinne wichtig, wenn es um den Einstieg in einen Online-Kontakt geht. Bereits vor der eigentlichen Kontaktaufnahme ist Sorgfalt und Aufmerksamkeit gefragt, gerade auch weil die elektronische Korrespondenz durch ihre verführerische Einfachheit mehr Um- und Vorsicht verlangt - beginnend von der richtigen Wortwahl bis hin zur korrekten Rechtschreibung.

Duzen oder Siezen?

Ähnlich verwirrend ist es, wenn Distanzlosigkeit schon beim ersten Kontakt hemmt oder jeder Respekt im Keim erstickt wird. So verschlägt es nicht nur Parship-Mitglied Michaela (36) die Sprache, wenn sie trotz bewusster Reserviertheit gleich in der ersten Mail geduzt wird. Insofern rät Parship-Psychologin Sabine Wery v. Limont dazu, einer zu schnellen und nicht gewollten Vertraulichkeit eine direkte Strategie entgegenzusetzen. Bei dieser weist man klar auf die eigenen Grenzen hin und gibt nicht zuletzt auch sich selbst Zeit, damit sich ein Du-Gefühl in aller Ruhe entwickeln kann. Das "Du" als Anrede muss jedoch nicht unbedingt tabu sein. Während man in der Schweiz eher und schneller zum "Du" neigt, ist es in Deutschland vor allem dann schnell ausgesprochen, wenn man unter 30 Jahre alt ist.

Gruß und Kuss ...

Ironie wird in Mails von Unbekannten leicht missverstanden. Seien Sie mit Humor generell vorsichtig, bis Sie sich besser kennen. Vermeiden Sie auch verfrühte Nähebekundungen nach dem Motto: "Oh, dann könnten wir ja gemeinsam ...". Was als unpassend empfunden wird, hängt vom Alter und individuellen Grenzen ab: Die 47-jährige Johanna findet es beispielsweise "schlichtweg blöd", schon mit der ersten Mail "viele liebe Grüße" zu versenden. Die Maßstäbe von Beatrix (35) sind weit weniger streng, sie reagiert jedoch allergisch auf elektronische Küsschen schon zu Beginn eines Kontakts: "Das kann ja wohl kaum ernst gemeint sein."

Küss die Hand

Ironie ist eine feine Kunst, bei der man sich mitunter auf einen Drahtseilakt begeben kann. Insofern kann sie gerade bei nonvisuellen Kontakten leicht missverstanden werden. Dasselbe gilt für Humor. Auch damit sollte anfangs sparsam umgegangen werden. Überhaupt empfiehlt es sich generell, sehr behutsam an den ersten Kontakt heranzugehen.

Der treffende Punkt

Beim ersten Treffen steht Pünktlichkeit ebenso im Vordergrund wie auch, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Die Handy-Nummer des anderen und/oder die Nummer des Treffpunktes griffbereit zu haben und so unerwartete Verzögerungen (Stau etc.) rechtzeitig melden zu können, sollte selbstverständlich sein. Auch gilt es, bestimmte Tabuthemen beim ersten Gespräch zu vermeiden. Krankheiten, Verluste an der Börse oder die letzten sexuellen Abenteuer sollten besser erstmal ausgeklammert werden. Auch unbeholfene, unverblümte Urteile über das Aussehen des anderen wie auch Missionierungsversuche nach dem Motto "Horoskope? So ein Schwachsinn!" oder "Wussten Sie schon, dass zu viel Salz gesundheitsschädlich ist?" werden wohl auf keinen fruchtenden Boden fallen. Seien Sie stets aufmerksam und auf "Empfang". Das klappt vor allem dann am besten, wenn Sie Ihr Handy ausschalten und ihm oder ihr nicht Ihre körperliche Nähe aufzwingen.

Die Rechnung geht auf

Dass jeder für seine eigene Rechnung aufkommen muss, ist zumindest teilweise ausgeklammert, wenn es um die Einladung zum Essen geht. Eine Parship-Umfrage ergab, dass rund 30 Prozent der Teilnehmer davon ausgehen, dass der Mann zahlt. Andererseits bestehen jedoch gut 40 Prozent auf getrennte Rechnungen. Wenn Sie also die Rechnung übernehmen möchten, senden Sie schon bei der Verabredung dementsprechende und unmissverständliche Signale. So obliegt es dem anderen, frühzeitig abzulehnen oder entspannt zu genießen. Männer sollten in jedem Fall an genügend Bargeld denken, wenn sie für die gesamte Zeche aufkommen möchten. Das hilft, peinliche Missverständnisse zu vermeiden, etwa wenn Ihre Begleiterin irrtümlich von einer Einladung ausgegangen ist, Sie jedoch nichts davon bemerkt haben. So haben Sie dann die Möglichkeit, die Beklommenheit der Situation zu entschärfen und so zu tun, als sei das auch Ihr Plan gewesen. Vermieden werden sollten weiterhin auch Streitereien, wenn Ihr Gegenüber unbedingt zahlen möchte. Dabei ist ein einmaliger höflicher Widerspruch in jedem Fall erlaubt. Auch übermäßige Pedanterie oder der Ruf nach einer Bewirtungsquittung tauchen den gesamten Abend schnell in ein unangenehmes Licht. Wenn Sie als Frau darauf bestehen, die Hälfte der Rechnung zu bezahlen, kann das schnell als Wink (miss-)verstanden werden. Andererseits muss ein Mann, der wider Erwarten nicht darauf besteht, Sie einzuladen, trotzdem nicht der Falsche sein. Womöglich lässt sich seine Zurückhaltung auch darauf zurückführen, dass er Angst hat, ausgenutzt zu werden.

Das war's! War's das?

Es ist weniger ein Aberkennen der Gleichstellung von Mann und Frau, als vielmehr einfach eine nette Geste, wenn Männer auch heute noch Frauen in den Mantel helfen oder ihnen die Tür aufhalten. Dabei geht es weniger um durchdachte Galanterie als vielmehr um ein gesundes Maß an zivilisierten Umgangsformen. Das Angebot seitens des Mannes, Sie zu Ihrem Auto oder zur Bahn zu begleiten, sollte sich auch tatsächlich nur auf diese Absicht beschränken. Ebenso darf es nicht als erotische Annäherung gedeutet werden, wenn eine Frau das Angebot annimmt. Auch die Verabschiedung kann über ein bloßes Händeschütteln hinausgehen und muss dabei keine Hintergedanken in sich tragen. Wenn die Signale stimmen und Ihnen danach ist, fragen Sie doch einfach, ob Sie ihn oder sie umarmen dürfen.

Auch Absagen gehören zum Kontakt

Auch für die elektronische Partnersuche gilt, dass man den anderen so behandeln sollte, wie man es sich auch umgekehrt wünscht und vorstellt. Einfach ins Leere zu laufen ist dabei ein nachvollziehbar verletzendes Gefühl, welches auch Martin (27) gut kennt. So wurde er mehrfach enttäuscht, wenn anfangs rege Mailkontakte plötzlich und ohne Begründung beendet wurden. Vielleicht hilft es, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass man es auch und vor allem bei der Online-Partnersuche nicht mit virtuellen Größen und ausschließlich Datenströmen, sondern mit Menschen aus Fleisch und Blut zu tun hat. Unhöflicher als bei anderen, direkteren sozialen Kontakten zu sein, ist im Sinne der Anonymität zwar verlockend, dennoch sollte auch auf nicht (mehr) erwünschte Kontakte zumindest mit einem klaren, höflichen und verbindlichen "Nein, danke!" reagiert werden.

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