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Vom Date zur Beziehung

Fernbeziehung auch auf Dauer

Die Wahrscheinlichkeit einer Fernbeziehung übers Internet ist höher, als dass man den Traummann bei einer Tanzveranstaltung am Heimatort trifft. Welche Probleme sind vorprogrammiert und welche Perspektiven entstehen daraus?

Fernbeziehung auch auf Dauer Fernbeziehungen sind harte Arbeit für beide Partner  –   © Fotolia

Was kann man erwarten von einer Beziehung auf Distanz?

Man sollte nicht zu leichtfertig sagen, "eine Fernbeziehung kommt für mich nie infrage." Denn es kann auch passieren, dass über Parship die richtige Antwort kommt, das Profil stimmt, erste Schmetterlinge starten und sich plötzlich die Gedanken melden: "253 Kilometer weit weg, muss das sein?". Bei Helga verlief es etwas anders. Das erste Treffen wurde in Wien verabredet, man wohnte gerade zehn Minuten voneinander entfernt. Ihr Freund Björn (Beamter) arbeitete bei der Bahn. Durch interne Gründe wurde er schon bald nach dem Kennenlernen nach Salzburg versetzt. Als Beamter hat man sich verpflichtet, auch an einem anderen Ort eine Stelle zu besetzen. Was nun? "Wir waren beide nicht gerade davon begeistert. Ich hatte noch zwei Jahre für eine Umschulung als Krankenpflegerin in Wien vor mir. Björn beruhigte mich und sagte: Mit dem Intercity bin ich in anderthalb Stunden bei dir." Ein Trost, mehr aber auch nicht. Die Zahl der Distanzbeziehungen nimmt laufend zu. Kann das gutgehen?

Grundsätzlich stellen sich nicht alle Paare, die in einer Fernbeziehung leben, diese Frage. "Selbstständige, entscheidungsfreudige, eigenverantwortliche Typen mit dem Hang zum Reisen und einer Prise Chaosleidenschaft können eine Fernbeziehung auch auf Dauer etablieren", sagt Parship-Psychologin Sabine Wery v. Limont. Es handelt sich auch nicht um die Mehrheit der Befragten. Der Wunsch Partnernähe steht bei den meisten nach wie vor im Vordergrund. Als Grund wird oft Geborgenheit genannt und das Gefühl, den anderen ganz nah zu spüren, Gespräche über den erlebten Arbeitstag zu führen und gemeinsam einen guten Film schauen. Dieses fehlt in einer Fernbeziehung fast gänzlich. Natürlich ist ein besonderes Erlebnis, seinen Partner nach einer Woche "Entzug" am Bahnhof abzuholen, aber doch nicht miteinander zu vergleichen. "Eine Fernbeziehung am Anfang einer Beziehung sehe ich eher als Belastung an", sagt Helga. Die Frage stellt sich einfach, ob die Entfernung nicht zwischen den Partnern steht. Und schaffe ich das überhaupt? Habe ich mir nicht immer eine Partnerschaft ganz anders vorgestellt? Keine Frage, ideal ist eine Fernbeziehung nicht gerade und doch würden viele, wenn es darauf ankommt, vielleicht ja sagen.

Beziehungsaustausch übers Telefon und Internet

Eine Frau mit Telefon Oft nur ein Telefonat anstatt echter Nähe.  –   © istockphoto.com

Wer nicht gerade jeden Tag zwischen zwei Wohnungen pendeln möchte, hat es auch nicht besser. Über die Woche sitzt man täglich eine Stunde am Telefon oder schreibt sich herzergreifende E-Mails. Und das kann ganz schön ins Geld gehen. Für eine Beziehung spielt das aber nicht unbedingt eine Rolle. Was fehlt, ist und bleibt die direkte Nähe zum Partner.

Zärtlichkeiten übers Telefon auszutauschen macht auf Dauer keinen Spaß. Allerdings wird das Telefon in einer Fernbeziehung zum Sieger bei der täglichen Kommunikation erklärt - so manch einer hat ja das Sprechen verlernt, man hat sich in einer normalen Beziehung mit gemeinsamer Wohnung leicht immer weniger zu sagen. Nicht alles kann über das Telefon so ablaufen, als wenn man sich gegenübersteht. Versuchen Sie mal telefonisch einen Streit mit Gefühlsausbrüchen zu führen. Geht nicht. Rhetorik, Gesichtsausdruck und Körpersprache fehlen einfach und Worte sagen nicht immer das aus, was man wirklich fühlt. "Das führt leicht zu Missverständnissen und Frustrationsmomenten", so Sabine Wery v. Limont. Wer eine Fernbeziehung durchlebt, sollte auf gar keinen Fall auf Kommunikation verzichten. Die Beziehung würde ansonsten großen Schaden nehmen.

Welche Rolle spielt das Vertrauen in Beziehungen auf Distanz?

Natürlich wird sich jeder mit der Frage beschäftigen, was der andere in der Entfernung alles anstellen kann. Doch ist diese Frage nicht nur Gegenstand einer Fernbeziehung, sondern wird auch in Nahverbindungen oft genannt. Vielleicht verstärkt sich dieses Phänomen aufgrund der großen Entfernung. Vertrauen sollte aber stets in einer Beziehung Priorität haben. Wer nicht vertrauen kann, wird automatisch leiden und das muss nicht sein. Eifersucht ist eigentlich falsch verstandene Liebe und hat mit Vertrauen wenig zu tun.

Trostpflaster in einer Fernbeziehung – das Wochenende

Das Wort Fernbeziehung drückt es eigentlich schon aus. Nach einem wunderschönen Wochenende dauert es wieder (mindestens) eine Woche bis zum nächsten Wiedersehen. Reisen, Tasche oder Koffer packen, Vorbereitungen treffen und zum Bahnhof fahren. Und am nächsten Wochenende wieder zum Bahnhof und seinen Partner abholen. So oder ähnlich sieht der Ablauf in einer Fernbeziehung aus. Gemischte Gefühle sind hier vorgeplant. In der Woche bleibt dann der Freundeskreis, um mal ins Kino zu gehen oder einfach mal einen geselligen Abend erleben. Für eine funktionierende Fernbeziehung mit Austausch ist das ganz normal. Wenn beide Partner über eine eigene Wohnung verfügen oder vielleicht ein gemeinsames Wochenende an einem Ort verbringen möchten, kann der Freundeskreis des jeweils anderen eine Bereicherung darstellen. Ein Trostpflaster, aber für eine Beziehung immer förderlich.

Wie man die zwei Tage direkte Nähe in der Beziehung verbringen soll?

Ein Paar im Bett Die gemeinsame Zeit richtig nutzen!  –   © istockphoto.com

Für direkte Nähe steht fast nur das Wochenende zur Verfügung. Mit Ausnahme der gemeinsam verbrachten Tage im Urlaub. Die Erwartungshaltung steigt deshalb immens an. Nur zwei Tage, um Zärtlichkeiten auszutauschen. "Hier sollte man aufpassen", so Sabine Wery v. Limont. "Es ist weder ratsam, in der gemeinsamen Zeit die Probleme total auszuklammern, noch sollten alle Probleme in den wenigen Stunden 'abgearbeitet' werden." Ihr Tipp: ein "Problem-Ranking" für das Wochenende, damit ernsthafte Themen diskutiert werden können und dennoch genug Zeit für die schönen Dinge zu zweit bleibt. Sich nur zu Hause einigeln wird auf Dauer zur Routine. Alltagsdinge wie gemeinsames Einkaufen oder ähnliche Abläufe machen eben auch Spaß und sind sehr förderlich für eine Beziehung.

Was passiert danach? – Die Zukunft planen!

Helga und Björn zehren von dem Gedanken, in zwei Jahren zusammen in Salzburg ein Haus zu kaufen. "Auch in Salzburg kann ich als ausgebildete Krankenpflegerin arbeiten", meint Helga. "Die Zukunft sollte klar definiert sein", sagt Sabine Wery v. Limont. "Dauerhafte Fernbeziehungen funktionieren nur mit einem Ziel. Ob das Ziel die Distanz einer Fernbeziehung ist oder das zukünftige Zusammenleben - das hängt von den Akteuren und den Erfahrungen in der Beziehung ab."

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